Die Blutvorräte in Deutschland werden zunehmend knapper. Krankenhäuser und Blutspendedienste schlagen Alarm, denn die Nachfrage nach Blutkonserven bleibt hoch, während die Zahl der Spenderinnen und Spender mancherorts sinkt. Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen – und kann im Ernstfall Leben kosten.
Mit ein Grund für die angespannte Lage ist der demografische Wandel. Viele langjährige BlutspenderInnen erreichen ein Alter, in dem sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr spenden dürfen. Gleichzeitig kommen weniger junge Menschen nach, um diese Lücke zu schließen. Hinzu kommt im Augenblick die Grippewelle und die Wetterlage, gerade sinkt die Spendenbereitschaft deutlich.
Dabei ist der Bedarf an Blut ungebrochen. Täglich werden tausende Blutkonserven für Operationen, Unfallopfer, KrebspatientInnen sowie für Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigt. Besonders kritisch sind oft die Blutgruppen 0 negativ und A negativ, da sie universell einsetzbar oder vergleichsweise selten sind. Blut lässt sich zudem nicht künstlich herstellen und nur begrenzt lagern – rote Blutkörperchen sind beispielsweise nur etwa 42 Tage haltbar. Das macht eine kontinuierliche Versorgung durch regelmäßige Spenden unverzichtbar.
In den letzten Tagen versuchen Blutspendedienste, mit Aufklärungskampagnen und flexibleren Angeboten gegenzusteuern. So gab es besondere Blutspendeaktionen zwischen den Jahren und kleine Geschenke. Mit den Terminbuchungen per App soll es den Menschen leichter gemacht werden, Blut zu spenden.
Doch all diese Maßnahmen können nur wirken, wenn die Bevölkerung mitzieht.
Beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Friedrichshall zeichnete Bürgermeister Timo Frey langjährige Spender aus und betonte, dass eine aktive Gemeinschaft ein Verdienst derer sei, die als Vorbild für die kommende Generation ihren Beitrag, zum Beispiel als Blutspender leisten. Wer nach einem Unfall oder wegen Krankheit eine Spende brauche, sei auf Solidarität der Spender angewiesen, betonte auch Gernot Klemm, Blutspendebeauftragter im Ortsverein.
Die Sicherstellung der Blutversorgung ist damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht eine konstante Bereitschaft, damit Krankenhäuser jederzeit handlungsfähig bleiben. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, kann dazu beitragen, die knapper werdenden Blutvorräte wieder aufzufüllen.
Denn Blut ist durch nichts zu ersetzen!
AKTUELLE Termine sind auch auf der Homepage des DRK KV Heilbronn zu finden.

