· Pressemitteilung

Kultusminister Andreas Jung zu Gast beim Schulsanitätsdienst an der Selma-Rosenfeld-Realschule in Eppingen

DRK Heilbronn unterstützt den Wunsch, Erste-Hilfe fest im Lehrplan zu verankern.

Sollen Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg künftig verpflichtend lernen, wie man Leben rettet? Dieser Frage ist Kultusminister Andreas Jung am Freitag an der Selma-Rosenfeld-Realschule in Eppingen nachgegangen. Dort zeigte der Schulsanitätsdienst unter der Leitung von Lehrerin Eva Grünberger, wie Erste Hilfe im Schulalltag funktioniert. Der Minister schaute sich die Übungen vor Ort an und sprach mit Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern. Mit dabei waren auch der Landtagsabgeordnete Dr. Michael Preusch und das DRK Heilbronn.

Erste Hilfe soll in den Bildungsplan

Auch in Baden-Württemberg soll Erste Hilfe stärker in der Schule verankert werden. Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die Ausbildung in Wiederbelebung im Rahmen der Stärkung von Gesundheitskompetenzen an Schulen verankert werden soll. Dr. Michael Preusch, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Eppingen, setzt sich seit Längerem für das Thema ein. Bereits 2024 hatte er Vertreter des Kultusministeriums und der Hilfsorganisationen zu einem Gespräch in den Landtag eingeladen.

"Als Notfall- und Intensivmediziner ist mir das Thema Erste Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Schule wichtig. Die positiven Erfahrungen, unter anderem aus Dänemark, sprechen für sich. Als Landespolitiker und Vorsitzender des DRK Eppingen war und ist es mir ein Anliegen, diesem ermutigenden Beispiel zu folgen. Ich freue mich, das Thema erfolgreich in den Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg gesetzt zu haben." 
Dr. Michael Preusch, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Eppingen 

Die Selma-Rosenfeld-Realschule zeigt bereits jetzt, wie das im Schulalltag aussehen kann. Nun soll dieses Beispiel Strahlkraft für das ganze Land entwickeln.

„Erste Hilfe leisten zu können, bedeutet, Verantwortung für andere zu übernehmen. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler früh lernen, in Notfallsituationen richtig zu handeln. Der Schulsanitätsdienst und Erste-Hilfe-Einheiten im Unterricht vermitteln nicht nur wichtiges Wissen, sondern stärken auch das soziale Miteinander und leisten einen Beitrag zu Gesundheit und Sicherheit an unseren Schulen.”
Andreas Jung, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg

Warum Wiederbelebung in die Schule gehört

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Im Durchschnitt dauert es etwa neun Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Das Gehirn nimmt aber schon nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff Schaden. Diese Lücke können nur Menschen vor Ort schließen, indem sie sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

Genau das misst die Laienreanimationsquote: Wie oft fangen Umstehende an zu helfen, bevor der Rettungsdienst da ist? In Deutschland ist dieser Wert in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, von 14 Prozent im Jahr 2010 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) hat sich mehr als 65 Prozent zum Ziel gesetzt. Es ist also noch Luft nach oben.

Wie es besser gehen kann, zeigt der Blick nach Norden: In Dänemark gibt es seit 2005 Reanimationsunterricht an Schulen. Seitdem ist die Quote auf fast 80 Prozent gestiegen, und laut GRC hat sich die Überlebensrate verdreifacht. Auch die europäischen Reanimationsleitlinien (ERC) empfehlen zwei Schulstunden pro Jahr ab dem 12. Lebensjahr, und die WHO sieht das genauso.

Auch das DRK setzt sich für Erste Hilfe im Lehrplan ein

Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich. Für das DRK ist es ein zentrales Ziel, dass Kinder und Jugendliche Erste Hilfe und Wiederbelebung möglichst früh und dauerhaft im Schulalltag lernen. Wer schon in jungen Jahren erlebt, dass er im Ernstfall helfen kann, verliert die Scheu davor. So wächst über Jahre eine Generation heran, die im Notfall nicht zögert.

„Der Schulsanitätsdienst leistet einen unverzichtbaren Beitrag zu einem sicheren und solidarischen Miteinander an unseren Schulen. Umso wichtiger wäre es, Erste-Hilfe-Maßnahmen fest im Lehrplan zu verankern, damit alle Schülerinnen und Schüler lernen, in Notfallsituationen sicher und verantwortungsvoll zu handeln – denn dieses Wissen kann Leben retten. Das Engagement der Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung, denn sie zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Hilfsbereitschaft, Zivilcourage und Menschlichkeit sind.“ 
Melanie Veith, Kreisgeschäftsführerin DRK Heilbronn

Das DRK Heilbronn und die Schulen

Die Selma-Rosenfeld-Realschule ist dem DRK Heilbronn seit Langem verbunden: Ihr Schulsanitätsdienst wurde im Juli 2025 mit dem Qualitätssiegel „Ausgezeichneter Schulsanitätsdienst” geehrt. Das DRK unterstützt Schulen im Stadt- und Landkreis Heilbronn mit Erste-Hilfe-Ausbildung und beim Aufbau von Schulsanitätsdiensten.

Zu den TV-Beiträgen: 

Kraichgau TV Regionalfernsehen: Erste-Hilfe kinderleicht - Kultusminister Jung in Eppingen - YouTube
LTV Landesfernsehen: Eppingen: Reanimation soll in den Schulunterricht - L-TV Landesfernsehen