· Pressemitteilung

DRK-Pilotprojekt für Zivilschutz-Ausbildung erfolgreich gestartet

In der letzten Januarwoche trafen sich 13 Helferinnen und Helfer aus verschiedenen Ortsvereinen (Abstatt, Elsenz, Heilbronn, Leingarten, Möckmühl, Neuenstadt, Schwaigern und Untergruppenbach) des DRK-Kreisverband Heilbronn zu einer umfassenden allgemeinen Zivilschutz- sowie CBRN-Ausbildung.

CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen. 

Der Großteil der Teilnehmenden wird künftig auf Bevölkerungsschutzfahrzeugen des Bundes eingesetzt, die neben dem regulären Katastrophenschutz insbesondere für den Zivilschutz beschafft wurden.

Die Lehrgangsleitung übernahmen Kim Schultes, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter, sowie René Rossow, Rotkreuzbeauftragter für den Katastrophenschutz. Beide hatten sich zuvor an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und zivile Verteidigung (BABZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu CBRN-Ausbildern qualifiziert.

Parallel zur Ausbildung unterzogen sich über 100 DRK-Helferinnen und Helfer der arbeitsmedizinischen Untersuchung G26.2 für Atemschutzgeräteträger mit Maske. Zudem waren im Vorfeld mehrere Online-Module zu absolvieren. Insgesamt sind mehr als 30 Unterrichtseinheiten für die allgemeine Zivilschutz- und CBRN-Ausbildung vorgesehen.

Zum Auftakt des Wochenendlehrgangs begrüßten Jennifer Matthäus, Landesdirektorin der Bereitschaften des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, sowie Andreas Giel, Kreisbereitschaftsleiter des DRK Heilbronn, die Teilnehmenden. Sie dankten den Helferinnen und Helfern sowie den Ausbildern für ihre Einsatzbereitschaft und ihr ehrenamtliches Engagement.

Inhaltlich umfasste der Lehrgang ein breites Spektrum: Helga Drauz, Konventionsbeauftragte des DRK, referierte über die Genfer Konventionen und die besondere Stellung des Roten Kreuzes.

René Rossow vermittelte Kenntnisse zum Zivilschutz-Fall, der Medizinischen Task Force (MTF), zu Führungsstilen und -vorgängen sowie zu allgemeinen CBRN-Gefahren.

Kim Schultes stellte die CBRN-Ausstattung des Bundes vor und schulte das An- und Ablegen der Schutzausrüstung sowie Haltezeiten und die Überwachung von Atemschutzgeräten.

Jens Kuder berichtete über die mobile Betreuungsreserve des Bundes „Labor 5.000“ und ließ die Teilnehmenden in vollständiger CBRN-Schutzausrüstung – inklusive Atemschutz, Overgarment und Chemikalienschutzhandschuhen – die neuen CBRN-Beatmungsgeräte mit Umluftfilter praktisch erproben.

Johannes Leimbeck von der Berufsfeuerwehr Heilbronn sowie Hermann Gurt von der Feuerwehr Bad Friedrichshall unterwiesen die Helferinnen und Helfer im Umgang mit alten und neu gelieferten CBRN-Atemschutzmasken mit Filter und Trinkanschluss des Herstellers Dräger.

Dabei konnten sich die Teilnehmenden schrittweise an das Tragen der Masken gewöhnen. Ergänzend wurden praxisnahe Übungen durchgeführt, unter anderem zur eingeschränkten Sicht und reduzierten Fingerfertigkeit, etwa mit Lego-Steinen oder medizinischem Material, unter Belastung sowie beim Durchlaufen der Atemschutzstrecke. Für die Nutzung und Begleitung bedanken wir uns herzlich bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn.

Thomas Mayer und Hermann Gurt schulten zusätzlich zu besonderen Einsatzsituationen und führte Übungen mit dem Firetrainer durch. Darüber hinaus wurde der ehemalige Arzttruppkraftwagen, der zwischen zu einem Gerätewagen Katastrophenschutz (GW-KatS) für CBRN- und PaSt-Lagen umgebaut wurde, vorgestellt.

Insgesamt war das Pilotprojekt ein voller Erfolg. Eine weitere Schulung ist für Ende Februar erneut beim DRK-Kreisverband Heilbronn geplant. Der DRK-Landesverband Baden-Württemberg wird die hier gewonnenen Erkenntnisse für das künftige CBRN-Ausbildungskonzept mitberücksichtigen.