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Christine Hofmann

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Helfer vor Ort

Alarm am frühen Morgen


Kurz nach drei Uhr am Morgen. Auf dem Nachttisch eines DRK-Sanitäter piepst der Alarmmelder. Ein schlaftrunkener Griff zum Telefon und der Anruf auf der Rettungsleitstelle sind inzwischen fast Routine. Es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens eine der sechs bestehenden HvO-Gruppen alarmiert wird. Während die Leitstelle über einen schweren Verkehrsunfall informiert, ist die Einsatzkleidung schon über den Schlafanzug gezogen. Ein Griff zur Rettungstasche und schon geht es los. Zur Einsatzstelle sind es nur wenige hundert Meter. In der Regel erreichen die Helfer-vor-Ort den Einsatzort nach 3-5 Minuten.

Neues Glied der Rettungskette


"Gerade das ist unser Einsatzkonzept", berichtet Projektleiter Achim Schugt. "Wir nützen die räumliche Nähe, um als Nachbarschaftshelfer das sogenannte "therapiefreie Intervall", bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt, sinnvoll zu überbrücken. Gerade bei lebensbedrohlichen Situationen, wie Herz-Kreislauf-Stillstand, zählt jede Minute. Damit erweitern wir die Rettungskette um ein sechstes Glied: Der Helfer-vor-Ort erbringt eine gezielte Erste-Hilfe an der Notfallstelle. Wir machen dabei natürlich dem Rettungsdienst keine Konkurrenz. Helfer-vor-Ort überbrücken nur die unvermeidliche Anfahrtszeit.“

Hand-in-Hand mit dem Rettungsdienst

Inzwischen ist ein zweiter Helfer des HvO-Teams, eingetroffen. Für die erfahrenen Kräfte beginnt jetzt die eigentliche Arbeit: Vitalfunktionen prüfen, lebensrettende Handgriffe zum Freihalten der Atemwege, Rückmeldung an die Rettungsleitstelle. Die hauptamtlichen Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes erhalten so oft schon auf der Anfahrt die ersten Informationen . Das mit Warnblinker abgestellte HvO-Fahrzeug erleichtert das Auffinden der Einsatzstelle, wertvolle Zeit wird hierdurch eingespart.

Nach einer kurzen Übergabe beginnen die Maßnahmen des Notarztes und der Rettungsassistenten. Ein kurzes Lob, die Helfer-vor-Ort haben gute Vorarbeit geleistet. Für sie ist es jetzt Zeit, sich von der Einsatzstelle zurückzuziehen. Schließlich ist es erst halb vier Uhr, Zeit genug, sich nochmals ins Bett zu legen.

Achim Schugt. "Bei vier alarmierten Einsatzkräften ist aber die Trefferwahrscheinlichkeit sehr hoch, dass zumindest ein oder zwei Helfer erreicht werden können."

Geburt bis Reanimation

Von der Geburt, über Verkehrsunfälle bis hin zur Reanimation haben die Helfer-vor-Ort schon alles mitgemacht. Eine fundierte Ausbildung, Zusatzkurse in Wiederbelebungsmaßnahmen, Praktika auf dem Rettungswagen und auch Gesprächsabende über „Sterben und Tod“ gehören zum Schulungsprogramm. Einen "Schutzmantel" haben die Helfer-vor-Ort nicht: Ihnen fehlt bei manchem Einsatz die persönliche Distanz. Kann es doch vorkommen, dass Hilfe beim Nachbarn, bei Bekannten oder sogar im Familienkreis notwendig wird.

Weitere Ortsvereine werden folgen

Bis zu einem Jahr kann die Vorbereitung zum Aufbau einer Helfer-vor-Ort Gruppe dauern. Neben der Ausbildung, sind auch die Kosten für die Ausrüstung aufzubringen. Über 500 Euro müssen die DRK-Ortsvereine für jede Helferin und jeden Helfer einsetzen, um Funkmelder, Kleidung und Einsatztasche zu beschaffen. Andere Ortsvereine werden folgen", dessen ist sich Kreisgeschäftsführer Ludwig Landzettel sicher. "Handelt es sich hierbei doch um eine zwar anspruchsvolle, aber auch herausfordernde Aufgabe, die den originären Zielen des Roten Kreuzes sehr nahe kommt."

Übersicht der bestehenden HvO-Gruppen im Landkreis Heilbronn

Interesse an weiteren Informationen?

Projektleiter Achim Schugt koordiniert für den Kreisverband Heilbronn den Aufbau weiterer Helfer-vor-Ort Gruppen. Sie erreichen Herrn Schugt unter hvo@drk-heilbronn.de.