Kriseninterventionsteam leistet Beistand
Auf ein Unglück oder Todesfall ist kein Mensch vorbereitet. Aus der Hilflosigkeit heraus ist die Gefahr groß, die Routine des Alltags einer adäquaten Trauerbearbeitung vorzuziehen. Dass es anders geht, zeigt die Arbeit des DRK Notfall- und Einsatznachsorgedienstes (NND und END). Zusammen bilden diese das Kriseninterventionsteam.
Wenn Menschen in eine Notlage geraten, helfen ihnen zunächst Rettungskräfte. Was sie erlebt haben, ist nicht immer leicht zu verarbeiten und zu verkraften. Hier tröstet und unterstützt das Team des NND nicht nur Angehörige. Die Einsatznachsorge betreut auch die Retter und gibt das Gefühl, nicht allein zu sein. Die Mitarbeiter wollen auch Lichtblicke erarbeiten, Perspektiven aufzeigen und Sicherheit vermitteln. Zunächst aber gilt es zuzuhören und einfach da zu sein.
Meist werden die Mitarbeiter des NND, laut
Wer solch seelischen Beistand leistet, braucht vorher eine fundierte psychologische Schulung zum Umgang mit Traumata und eine Erste Hilfe oder Sanitätshelferausbildung. Danach begleitet der zukünftige Mitarbeiter als Hospitant die Einsatzkräfte des NND. In ausführlichen Gesprächen wird die Arbeit anschließend reflektiert, ein Mentor steht stets zur Seite. In einem weiteren Teil der Ausbildung geht es um praktische Übungen der Stressbewältigung und die Beurteilung von Einsatzsituationen. Abschließend entscheidet der Neuling zusammen mit der Kriseninterventionsleitung , ob er zukünftig eine selbstständige Aufgabe im Rahmen des NND übernehmen will.
Jürgen Blind will mit seiner Arbeit sensibilisieren für den Umgang mit Trauer und Verständnis wecken für die davon Betroffenen. Jeder reagiere anders auf Verlust und Abschied.