Kooperationsprojekt mit Realschulen

Mit dem neuen Bildungsplan ist das themenorientierte Projekt „Soziales Engagement“ (kurz TOP SE genannt) fester Bestandteil des schulischen Angebots an Realschulen geworden.

Unsere Gesellschaft benötigt den Einsatz von Menschen für andere. Das Projekt soll die Verbindung zwischen der Lebenswelt der Jugendlichen und den haupt- und ehrenamtlich sozial Engagierten in der Gesellschaft stärken. Schüler suchen sich selbst einen Praktikumsplatz und leisten dort schulhalbjahresbegleitend mindestens 25 Stunden freiwillige Arbeit. Auch Lorenz und Michael, beide 14 Jahre alt, kannten das Rote Kreuz seither nur aus dem Ferienlager in Wüstenrot. Zunächst versorgte sie also Anne Hoffmann von der Kreisgeschäftstelle mit Infomaterial und knüpfte Kontakt zum zuständigen Ortsverein. Gemeinsam sollten sie dort mit den zuständigen Gruppenleitern den sozialen Lernprozess planen, koordinieren und sich in das Betätigungsfeld integrieren. Aufgabengebiete gab es viele.

In der Gruppe für Menschen mit Handicap kochten sie Kaffee, deckten den Tisch und spülten nach der Veranstaltung das Geschirr. Bei einer Blutspendeaktion machten sie sich in der Kleinkindbetreuung nützlich, spielten und bastelten mit den Jüngsten.

Andere Schülerinnen halfen bei der Essensausgabe mit. Viel Freude bereitete ihnen die Vorbereitung einer Gruppenstunde beim Jugendrotkreuz und deren Durchführung. Auch dort vermittelte man ihnen das Gefühl gebraucht zu werden, wichtig zu sein. Die Jugendlichen wurden in ihrer Persönlichkeit gestärkt, indem sie eine neue Lebenswelt kennenlernen durften. Ganz nebenbei erwarben sie ein Stück Sozialkompetenz und lernten das Gefüge innerhalb des DRK kennen.

Bei einer abschließenden Exkursion in die Rettungsleitstelle werden sie im Januar zusammen mit ihrer Klasse eine Besichtigung durchführen und im Anschluss über Möglichkeiten einer Ausbildung beim DRK informiert.

In einem Bericht reflektierten und dokumentierten Lorenz und Michael das Erlebte. Eine Begleitperson aus dem Ortsverein hat das soziale Engagement der Schüler beobachtet und in einem Testat niedergeschrieben. Lorenz und Michael haben verlässlich Verantwortung übernommen, kleine Konflikte partnerschaftlich gelöst und neue Fähigkeiten erkannt. Sie sehen soziales Lernen als lebenslange Herausforderung.

Das Projekt hat das Ziel, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Mitmenschen zu wecken und soziales Denken, Urteilen und Handeln zu fördern.