Zivildienst ade
Die Zeiten des Wehrdienstes sind vorbei und somit ist nun auch der Zivildienst Geschichte. Der neue Freiwilligendienst kommt – quasi als Ersatz. Eine Frage beschäftigt die sozialen Einrichtungen, nicht nur beim DRK: wie können wir zukünftig ohne Zivis klarkommen?
Aber werden sich anstelle der Zivildienstleistenden genug Freiwillige für die Aufgaben, neben dem sozialen, auch im kulturellen und ökologischen Bereich finden? Auch mancher DRK Ortsverein befürchtet heute schon, dass einige Helfer, die sich auf Jahre dem Verband verpflichtet hatten, nun wegbrechen.
Im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), welches für junge Menschen bis 27 Jahre weiter besteht, gilt das neue Angebot für Frauen und Männer jeden Alters. Leider gibt es bisher nur schleppend Bewerber. Nach wie vor könnte die Zeit ein Einstieg in ein geregeltes Berufsleben, vor allem im sozialen Bereich werden. Auch kann die Zeit für Abiturienten, die auf einen Studienplatz warten, angerechnet werden.
Stefan Baumgart war Zivi in der DRK Residenz und beschreibt, wie dankbar die alten Leute sind. Er glaubt, dass mancher Träger zukünftig in der Luft hänge ohne Zivis. Er hat hausmeisterliche Aufgaben erfüllt, Rollstühle repariert, Post verteilt, beim Putzen geholfen und den Fahrdienst übernommen. Der Dienst am Mitmenschen habe ihn geprägt und er möchte die Zeit nicht missen, sagt er. Stefan hat organisatorische und soziale Kompetenzen erlernt, die er als Grundlage für sein zukünftiges Leben sieht.
Nun gilt es bundesweit 35 000 Stellen zu besetzen. Mitfinanziert vom Bund erhalten die „Bufdis“ ein Taschengeld von ca. 330€ und werden sozialversichert.