Landesentscheid in Göppingen

In der Göppinger Fußgängerzone herrscht Ausnahmezustand. Das Jugendrotkreuz veranstaltet publikumswirksam seinen Landeswettbewerb inmitten der Stadt. Um die 160 Teilnehmer haben sich über Kreis- und Bereichsentscheid für diese Veranstaltung qualifiziert. In den Stufen II (12 – 16 Jahre) und III (17 – 27 Jahre) sind jeweils acht Gruppen an diesem heißen Junitag am Start. 3200 gekühlte Flaschen Apfelsaftschorle und Sprudel stehen schon am Morgen bereit, schattenspendende Pavillons bieten Schutz vor allzu starken Sonnenstrahlen. Hier finden auch die einzelnen Aufgaben statt, der Parcours steht. Zwischendurch hört man immer wieder ein Martinshorn, Rettungswagen gehören zur Ersten Hilfe Aufgabe.

Die Gruppe sei Inliner fahren, wird hier angenommen. Bei einem Stunt die Treppe hinunter trifft ein Gruppenmitglied auf einen Passanten, beide sind verletzt. Neben einer Gehirnerschütterung mit Schürfwunden im Gesicht, gilt es zunächst eine Prellung am Brustkorb mit Prellmarken zu schminken und die Unfallsituation darzustellen. Der Notruf wird „live“ abgesetzt und die Verletzten versorgt. Erschwerend kommt in der Stufe III ein Herz-Kreislauf-Stillstand hinzu.

In die Rolle eines Krisenmanagers schlüpfen die jungen Rotkreuzler an der nächsten Station. Mit vielen Miniaturen und Symbolen werden die Einsatzkräfte des DRK und anderen Hilfsorganisationen bei einem Erdbebenszenario dargestellt. Alle Menschen sollen gerettet und versorgt werden.

Prima Klima?! Jeder spricht von Klimawandel und Treibhauseffekt. Dass die Teilnehmer bei diesen Themen mitsprechen können, beweisen sie im sozialen Bereich.

Ob die  Passanten während ihres Wochenendeinkaufes nun mehr über das JRK  wissen? Sie sollen im Rahmen des Wettbewerbs über das Thema Vielfalt im Jugendverband informiert und angesprochen werden. Wer traut sich?

Beim Kistensteigen mit der Göppinger Feuerwehr beweisen die einzelnen Gruppen großes sportliches Geschick und stapeln zum Teil über 20 Kisten. Am Klettergurt baumelt mancher Jugendrotkreuzler hoch über der Fußgängerzone. Eine auf den Kopf gestellte Bilderpyramide gilt es im Spielbereich zu lösen und Gesangseinlagen gibt es im musischen Bereich. Da ernten manche Teilnehmer neugierige Blicke und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Bei Temperaturen von 36° trotzen die jungen Menschen der Hitze, haben Spaß und kühlen Kopf und Beine im Wasserlauf, der sich wie ein Band durch die Innenstadt schlängelt. Pünktlich zum Beginn des WM-Fußballspiels endete der Zeitplan, die JRK´ler drängeln sich vor der Großleinwand der gastgebenden Uhlandrealschule. Gegen Abend spielen sie Human-Soccer, mit dem XXL-Kicker oder tanzen in der eigens eingerichteten Disco.

Nach einer kurzen Nacht versammeln sich alle Gruppen beim Brunch, ehe die Landesleitung zur Siegerehrung bittet. Gespannt verfolgen die Teilnehmer die Bekanntgabe der Gewinner. Aufs Podest gebeten wurden in der Stufe II die Gruppen aus Mauer, Duttenberg und Heddesheim. Zum ersten Mal in der Geschichte des JRK im Landesverband belegten zwei Gruppen bei Stufe III  punktgleich Platz 1: Duttenberg/ Kreis Heilbronn und Hardheim/Kreis Buchen.

Kreisjugendleiter Bernd Hirrle freut sich über das erfolgreiche Abschneiden der Duttenberger und gratuliert den jungen Leuten.