Jugendrotkreuzler fahren zum Landeswettbewerb

„Spektakulär“ finden die Kinder die Erste-Hilfe Aufgabe gleich zu  Beginn des Bereichsentscheides. Bei manchem der Siebenjährigen reicht das Vorstellungsvermögen kaum aus. Verbrennungen an den Händen, nachdem man an einem Seil herabgerutscht ist? Dazu eine Gehirnerschütterung und Prellmarken. Nicht gerade einfach, wenn man das Alter der Teilnehmer bedenkt. Immerhin haben es diese aber bereits geschafft, als Sieger in ihrem jeweiligen Kreisverband hervorzugehen. Für Heilbronn sind die Gruppen aus Duttenberg am Start und treten in den Altersgruppen Bambinis (bis 9 Jahre) und Stufe I (bis 12 Jahre) an. Innerhalb 35 Minuten müssen die Mimen geschminkt, eine Unfallsituation aufgebaut und die Verletzten drapiert sein. Danach wird Erste Hilfe geleistet.

Erleichterung macht sich breit, die schwierigste Hürde im Wettbewerb haben sie nun hinter sich. Musikalisch geht es bei der nächsten Station zu. Ein Rotkreuzsong mit dem Thema Vielfalt im JRK muss gedichtet und auf eine selbst gewählte Melodie vorgetragen werden. Auch eine kleine Choreographie denken sich Teilnehmer aus. Den Schiedsrichtern hat es offensichtlich gefallen, sie geizen nicht mit Applaus. Nur ein paar Minuten später zerbrechen sich die Kinder ihre Köpfe im sozialen Bereich. Wie können Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede das Gruppenleben bereichern, lautet hier die Frage.

Stromgewinnung und Stromverbrauch haben Einfluss auf die Umwelt. Wie gewinnt man Strom und wie ist der Verbrauch einzelner Geräte? Wie kann dieser vermieden oder verringert werden? Auch hier können die Gruppen ein enormes Wissen aufweisen.

Zur Abwechslung und Auflockerung gibt es zwei Sport/Spielaufgaben. Beim Puste-Preis von Solferino muss ein Wattebausch über einen Parcour gepustet werden, Hindernisse wie Rampen und Wasserschalen sind eingebaut. Farben klopfen erweist sich als schwieriges Unterfangen und bedarf vorheriger genauer Absprache und den Mitspielern. „Nicht einfach“, sei dies gewesen, berichtet Doreen und ist ein bisschen traurig, dass man hier kein optimales Ergebnis erzielte. Dafür glänzen die Duttenberger mit ihrem brillanten Rotkreuzwissen. Auf einen Zeitstrahl von 1800 bis 2000 legen sie sicher Ereigniskarten zu Henry Dunant, seinem Friedennobelpreis, der Gründung und den Abkommen des Roten Kreuzes. Die Gruppen sind sich absolut sicher und der Einsatz eines Jokers wird unnötig.

Jede Pause zwischen den einzelnen Stationen nutzen die Kinder um draußen im Schulhof des Hölderlingymnasium in Nürtingen zu spielen. Eine Riesenhüpfburg in Form eines Rettungswagens lädt dazu ein und ein Spielmobil mit Pedalos und Einrädern fordern Geschicklichkeit und auch ein bisschen Mut.

Mitglieder des Kreisverbandes Nürtingen verpflegen die 18 Gruppen aus dem Raum Nord-Württemberg hervorragend. „Man fühlt sich richtig wohl und willkommen hier“, sagt Lukas aus Duttenberg. Wegen eines Notfalleinsatzes muss der angekündigte Auftritt der Rettungshundestaffel, zum Bedauern aller, leider ausfallen.

Schon steht die Siegerehrung an und gebannt lauschen die Jüngsten im JRK den Worten der Landesleiterin. Jeweils die 5 vorderen Gruppen in zwei Altersstufen dürfen zum Landesentscheid nach Ravensburg fahren. Die Bambinis auch Duttenberg können ihr Glück kaum fassen, mit der Höchstpunktzahl landen sie auf Platz 1 und auch in der Stufe I hat es für die Qualifikation zum nächsten Wettbewerb gereicht. Sie haben im großen Teilnehmerfeld der Älteren den 5. von 13 Plätzen belegt.

Nun heißt es also weiterüben, am 16. und 17. Juli ist es soweit. Die beste Gruppe im Land Baden Württemberg soll ermittelt werden.