Passionsandacht in der Osterzeit

Zu einer Gottesdienstform der besonderen Art waren Mitglieder der Friedrichshaller „Vergiß-mein-nicht“ Gruppe am Mittwoch vor Ostern geladen. Gemeinsam mit vielen anderen Menschen mit Handicap und Mitarbeitern der Beschützenden Werkstätte wollten sie in der St. Barabara Kirche in Kochendorf über den Leidensweg Jesu nachdenken. Musikalisch wurde die Andacht von Mitgliedern der Band „Better than“ umrahmt.

Neben Abendmahlsfeier, Kreuzwegmeditation oder Auferstehungsmesse hat die gemeinsame Feier schon Tradition im Kirchenjahr der evangelischen Gemeinde. In der Passionsgeschichte erzählte Pfarrer Odenwälder von den Gründen, die wohl zur Kreuzigung Jesu geführt hätten. Wegen Gotteslästerung habe man ihn schließlich zu Tode verurteilt. Jesu hätte den Weg gehen wollen, den er als Gottes Weg begriffen habe – den ins tiefste Leid hinein, nämlich den Tod. Parallelen gäbe es auch im Leben der Zuhörer. Oft sei das Schwierigste überhaupt, den richtigen Weg zu erkennen und diesen zu beschreiten, auch wenn es nicht einfach sei. Zuerst kommt die Dunkelheit, dann ist Platz für das Licht. Vor Ostern kommt Karfreitag – zuerst der Tod – dann die Auferstehung, so der Prediger.

Besonderen Anklang fanden auch die Lieder der Band „Better than“ und das gemeinsam gefeierte Abendmahl. In Gruppen traten die Teilnehmer an den Altar, nahmen dort Traubensaft und Brot in Form von Hostien in Empfang. Mit einem Bibelspruch verabschiedeten Pfarrer und Diakon ihre Zuhörer in die Ostertage.

Bei sonnigem Frühlingswetter trafen sich Mitglieder und Leiterinnen der Vergiß-mein-nicht-Gruppe im Anschluss noch auf eine Tasse Kaffee oder einen Eisbecher in der benachbarten Eisdiele. „Jahr für Jahr gestaltet sich dieses Zusammentreffenden behinderter und nichtbehinderter Menschen zu einem besonderen Programmpunkt unserer Gruppenarbeit,“ zieht Ursel Schlund am Ende der Veranstaltung Bilanz.