Anatomiebesuch im Uniklinikum Heidelberg

Die Bereitschaft des DRK Ortsvereins Gemmingen fuhr am 25. Februar 2011 in das Universitätsklinikum Heidelberg, um dem Institut für Anatomie und Zellbiologie einen Besuch abzustatten.

Dort wurden wir bereits von Frau Ihle, einer Präparatorin des Instituts, erwartet. Zu Beginn erklärte sie uns, was Anatomie bedeutet und welche Geschichte dahinter steckt. Anatomie ist die Lehre vom Aufbau der Organismen und betrachtet die Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen. Hierfür werden Menschen benötigt, die ihren Körper nach dem eigenen Tod spenden, erfuhren wir weiter. Die Leichen werden nach der Einlieferung zuerst einbalsamiert und können nach ungefähr drei Monaten den Studenten zum Präparieren zur Verfügung gestellt werden.

Nun führte uns die Präparatorin durch die anatomische Sammlung des Instituts, die in den Gängen zu finden war. Hier befanden sich verschiedene Körperteile, die mit Wachs- und Gipsmodellen dargestellt waren. Außerdem gab es viele Präparate, die aus echten Körperteilen bestanden. Diese wurden zuvor plastiniert, d.h. das Gewebe wurde haltbar gemacht, und dienen heutzutage in der Wissenschaft zur Veranschaulichung des menschlichen Körpers. So konnten wir Wachspräparate, Feuchtpräparate und Präparate, die in Harz eingebettet waren, sehen, die beispielsweise Knochen, das Herzen oder missgebildete Babys zeigten.

Anschließend konnten wir einen Blick auf einen präparierten Körperspender werfen. Hierfür mussten wir uns im Präpariersaal grüne Schutzkittel anziehen. Frau Ihle öffnete einen Sack, indem sich eine zuvor präparierte Leiche befand und wir konnten sehen, wie ein Mensch von innen aussieht. Beispielsweise konnten wir den Lauf der Hauptschlagadern im Körper verfolgen oder die Verbindung von der Niere zur Harnblase entdecken.

Zum Schluss der zweieinhalbstündigen Führung konnten wir uns noch den Keller des Instituts anschauen, in dem sich riesige Kühlschränke für die Leichen befanden und Särge aneinandergereiht waren. In die Särge kommen die zuvor präparierten Leichen, nachdem sie nicht mehr verwendet werden können, wurde uns berichtet. Einmal im Jahr finde dann eine Trauerfeier mit Beisetzung der Körperspender, die zwischen 12 und 24 Monate im Institut sind, auf dem Friedhof statt.

Text: Simon Ebert, DRK-Ortsverein Gemmingen