KAB beim Suchdienst in München

Der Suchdienst des DRK in München ist ohne Zweifel eines der attraktivsten Ziele für Kreisauskunftsbüros (KAB). Und so machten sich die Mitglieder des KAB-Heilbronn auf den Weg nach München, um Vor Ort die Geschichte des Suchdienstes hautnah zu erleben.

Nicht nur die Aufarbeitung der Schicksale des 2. Weltkrieges und deren Folgen beschäftigen den Suchdienst München. Als Bindeglied zwischen den Landes- und Kreisverbänden und dem Internationalen Roten Kreuz ist München in die suchdienstlichen Aktivitäten der Konflikt- und Katastrophengebiete in aller Welt eingebunden.

Wir erhielten auch fachliche Auskünfte zum Suchdienst aus erster Hand. Die Besichtigung der Zentralen Namens-Kartei des 2. Weltkrieges war dann für alle KAB’ler aus Heilbronn der beeindruckendste Teil der Führung durch das Gebäude des Suchdienstes. Für eine unserer KAB-Mitarbeiterin aus Heilbronn wurde vor Ort die Karte ihres Opa’s gesucht und ihr konnten dann, für Sie neue, Informationen übermittelt werden. Dies war nicht nur für diese Helferin ein positives Erlebnis!

Die Arbeit des DRK-Suchdienstes ist bis heute geprägt von den Ereignissen des 2. Weltkrieges. Jedoch erfordern unzählige kriegerische Auseinandersetzungen, Katastrophen und humanitäre Krisen auf der ganzen Welt auch heute noch Tag für Tag die Hilfe des Suchdienstes, um Menschen wieder in Kontakt zu bringen und Familienmitglieder wieder zusammenzuführen.

Nachfolgend einige ausgewählte Zahlen und Fakten zur Tätigkeit des DRK-Suchdienstes:

  • Von den in den 1950er Jahren registrierten 2,5 Millionen Vermisstenschicksalen des Zweiten Weltkrieges konnte der DRK-Suchdienst bis heute knapp die Hälfte (1,25 Millionen) Schicksale klären.
  • Noch heute sind 1,3 Millionen Schicksale von deutschen Wehrmachtsangehörigen und Zivilverschollenen des 2. Weltkrieges ungeklärt.
  • Seit der Gründung im Mai 1945 konnte der Suchdienst des DRK mehr als 16 Millionen Menschen wieder miteinander in Verbindung bringen.
  • Noch heute gehen jährlich 1.000 bis 2.000 neue Suchanfragen zu Verschollenen des Zweiten Weltkrieges ein.
  • Durch den Zugang zu russischen und osteuropäischen Archiven (1,5 Millionen Datensätze) konnten seit 1992 rund 200.000 Schicksale abschließend geklärt werden.
  • 2004 begann beim Suchdienst München die Digitalisierung und Datenbankerfassung von 2 Millionen Personenakten.
  • Der DRK-Suchdienst hat seit 1945 mehr als 500.000 Kinderschicksale geklärt. - Der DRK-Suchdienst übermittelt jährlich rund 5.000 – 8.000 Rotkreuznachrichten in alle Welt. Allein nach Afghanistan und in den Irak geschah dies in den letzten Jahren ca. 8.400 mal.
  • Jährlich erreichen den Suchdienst ca. 5.000 bis 10.000 Suchanfragen im Zusammenhang mit den weltweiten Konflikten im Irak, in Afghanistan, im ehemaligen Jugoslawien, in Somalia, Äthiopien und Eritrea, in Zentralafrika, insbesondere Ruanda, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo und Zaire sowie Georgien, Aserbeidschan, Tschetschenien und Abchasien.
  • Nach dem Tsunami 2004 gingen allein im Dezember 2004 über 1.200 Anfragen nach Vermissten beim DRK-Suchdienst ein.
  • Familienzusammenführung: In rund 500 DRK-Suchdienst-Beratungsstellen werden jährlich rund 150.000 qualifizierte Beratungen durchgeführt.

Nach soviel Fachwissen ging es zur Entspannung noch in die Münchner Innenstadt. Dort blieb noch etwas Zeit zur Stärkung mit leckeren Spezialitäten der bayrischen Küche, bevor es am späten Nachmittag wieder Richtung Heimat ging.

Zum Abschluss dieses beeindruckenden Tages besuchte dann ein Teil der KAB-Gruppe noch den „Besen“ des DRK-Ortsvereins Bad Wimpfen.