Hinaus in die große weite Welt

19 Jahre alt ist Isolde gerade geworden. Im Mai hat sie ihr Abitur gemeistert und schon wieder ist sie in der Welt unterwegs. Mit sieben Geigen im Gepäck, welche ihr Gönner mit auf den Weg gaben, reiste sie im Juli nach Argentinien und unterrichtet dort, nach einem Einführungsseminar, in einem Waisenhaus ein Jahr lang Musik.

Einige Sommerferien verbrachte Isolde im Zeltlager in Wüstenrot, nachdem sie zuvor einige Jahre mit ihrer Familie in Taiwan gelebt hat. Zunächst als Teilnehmerin, später auch als Betreuerin erlebte sie die Arbeit mit Kindern hautnah. Ihre musische Begabung zeigte sich besonders in Arbeitsgruppen mit den Kindern, sowie bei Elternnachmittagen. Auch hier kam ihre Geige oft zum Einsatz. Viele schöne Erlebnisse blieben ihr in Erinnerung.

Die Zeit habe ihr Leben bereichert, geprägt und sie darin bestärkt, sich auch im weiteren Leben für andere einzusetzen, so Isolde.

Dass nicht alle Kinder auf dieser Welt die gleichen Chancen auf Bildung und Fürsorge haben, erlebte sie vor Ort schon in den ersten Tagen an ihrem neuen Wirkungsort. Betroffen berichtet Isolde in ihren ersten Briefen über das Auffinden verwahrloster, misshandelter und vernachlässigter Kinder.

Wie einst Henry Dunant muss sie das Leid und die Not der Kinder miterleben. Auch Isolde möchte Initiative ergreifen und sich derer annehmen. Den Rot-Kreuz-Gedanken behält sie dabei stets im Hinterkopf.