Gemeinsamer Notruf 112 nun auch im Stadt- und Landkreis Heilbronn?
Für Verwirrung sorgen derzeit Berichte über die Einführung der gemeinsamen Notrufnummer 112. Das Sozialministerium in Baden Württemberg fordert den unverzüglichen Umstieg auf die einheitliche europäische Notrufnummer. Diese sei ein schönes Geschenk für alle Europäer, das zur Urlaubszeit nun genau richtig käme. Da viele Bürger in andere EU Länder reisten, sei diese einprägsam und einfach, meinte EU Kommisarin Viviane Reding.
In der Praxis sehen dies die Verantwortlichen anders. Hier im Kreisverband Heilbronn landet man unter 112 bei der Feuerwehr, was dort dann unwillkürlich zu einer Flut von Anrufen führen würde. Die Männer am Notfalltelefon müssten eingehende Telefonate bei z.B. Herzinfarkten, Stürzen oder schweren Verletzungen an die Rettungsleitstelle weitermelden. Wichtige Zeit ginge dabei verloren und das System wäre völlig überlastet.
Der Neubau einer gemeinsamen Leitstelle ist geplant, es macht deshalb wenig Sinn jetzt übergangsweise die Direktverbindung kostenintensiv weiter auszubauen. Mit Qualitätsverlusten sei zu rechnen, so DRK Kreisgeschäftsführer Ludwig Landzettel, wenn das neue System umgehend gefordert werde und es würde länger dauern, bis Hilfe zu den betroffenen Menschen käme.
Der DRK Landesverband bleibt im Gespräch mit dem Sozialministerium und hofft auf eine gute Lösung des Problems. Dass eine solche bis zum geforderten Termin am 1. Juli gefunden wird, bleibt zu wünschen. Auch in anderen Bundesländern hat sich die 112 als gemeinsame Nummer von Rettungsdienst und Feuerwehr noch immer nicht ganz durchgesetzt.