Drogeneisenbahn macht Station in Gundelsheim

Zu einer Reise in eine teils geheimnisvolle Welt, mit Stopps an verschieden Bahnhöfen lud der DRK Ortsverein Gundelsheim.

Eine Fahrt mit der Drogeneisenbahn kündigte Referent Dirk Schulze an, der den Part des Zugführers übernahm. Das Thema Sucht sei zu seinem Lebenswerk geworden, beschreibt er die Leidenschaft, sich mit der Drogenprävention zu beschäftigen.

Seine Kindheit habe ihn geprägt und den Weg vorgezeichnet. Zunächst selbst im Streifendienst unterwegs, kann er Erlebnisse aus dem Polizeialltag schildern. Heute arbeitet er bei der Verkehrserziehung vorwiegend mit Kindern und deren Lehrer. Einen Großteil seiner freien Zeit widmet Dirk Schulze der Prävention. Nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er bedient sich einer abwechslungsreich gestalteten Präsentation, gespickt mit realen Videos und Fotos und untermalt diese mit entsprechender Musik.

Die zwei Dutzend Zuhörer in den Diensträumen des Ortsvereines beeindruckt er zwischendurch immer mal wieder mit schauspielerischen Elementen oder animierten Cliparts. Seine gesammelten Utensilien zur Ausstellung „Kiffers Paradise“ rufen bei den Gästen Erstaunen hervor.

Die Reise mit der Drogeneisenbahn will Jugendliche und die sie umgebenden erwachsenen Personen wie Eltern, Jugendgruppenleiter, Lehrer ansprechen. Die Zuhörer erfuhren, mit welchen Substanzen Kinder und Jugendliche heute schon früh konfrontiert werden. Manchem Erwachsenen wurde ein Spiegel vorgehalten und an das Vorbildverhalten appelliert. Dass auch Haushaltsmittel und Pflegeartikel in Sprühdosen süchtig machen können, veranschaulichte der Referent eindrucksvoll. „Mein Eindruck ist, dass Schnüffeln ebenso wie der Konsum giftiger Pflanzen als Alternative zu illegalen Drogen angesehen wird.“

Seine Ankündigung, sich bei dem gemeinsamen Abend auf ein Wechselbad der Gefühle einzulassen, hat sich am Ende bestätigt. Betroffen, bestürzt, aber sichtlich beeindruckt machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg. Mancher hatte zuvor noch einen Blick durch die „Rauschbrille“ gewagt und wird zukünftig ganz sicher auch über den eigenen Alkoholkonsum nachdenken.