Cafe öffnet für pflegende Angehörige von Demenzkranken
Wenn pflegende Angehörige im Stadt- und Landkreis Heilbronn Rat und Unterstützung suchen, dann stehen ihnen die Pflegebegleiter zur Seite. Seit kurzem laden die ehrenamtlichen Helfer zweimal monatlich die Angehörigen von Demenzkranken zu einem unverbindlichen Treffen ein. Parallel dazu wird eine individuelle Förderung der dementen Personen angeboten.
Viele pflegende Angehörige scheuen sich Unterstützung zu suchen, das ist jedenfalls die Erfahrung von Pflegebegleitern. Die Pflege nimmt Zeit in Anspruch, ist aber oft körperlich und psychisch belastend und kann sogar bis zur Isolation aus dem gesellschaftlichen Leben führen. Es fehlen oft auch Informationen zur Pflegeversicherung, zu Hilfsmitteln, oder einfach jemand der Kontakte zu Ämtern oder Angehörigengruppen vermittelt oder als Gesprächspartner einfach nur zuhört. Manchmal wollen die Angehörigen einfach nur Tipps haben, wenn es zum Beispiel um die Beantragung der Pflegestufe geht. Aber auch als Sprachrohr für pflegende Angehörige und zur Verbesserung der Pflegesituation verstehen sich die Pflegebegleiter. Hier setzt die Ausbildung des bundesweiten Projektes an. Das Deutsche Rote Kreuz hat als Projektinitiator in den letzten zwei Jahren drei Kurse durchgeführt. 42 Personen haben sich in 60 Unterrichtseinheiten auf ihre ehrenamtliche Aufgabe ausbilden lassen und stehen pflegenden Angehörigen zur Seite. Noch hat sich das kostenlose Angebot nicht überall herumgesprochen. Es soll vor allem die bisherigen Angebote ergänzen.
Neu ist, dass sich die Pflegebegleiter jetzt auch speziell dem Thema der Demenzkranken und ihrer Angehörigen annehmen. Im „Cafe Panorama“ bieten sie für Angehörige dementer Personen einen Gesprächskreis an. Neben praktischen Tipps zur Lösung auftretender Probleme, sollen auch der Erfahrungsaustausch untereinander und das Gespräch im Vordergrund stehen. In geschütztem Rahmen kann man sich über Sorgen und Nöte austauschen. Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige sollen besprochen werden, es gibt Informationen zur Krankheit, zur Pflegeversicherung oder auch Tipps für das oft nicht ganz einfache Zusammenleben. Oft hilft es schon zu erkennen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Die Leitung hat eine ausgebildete Pflegefachkraft. Häufig können pflegende Angehörige aber die Demenzkranken nicht alleine lassen. „Man hetzt sich ab beim Einkaufen. Man hat Angst, dass Zuhause etwas passiert und beeilt sich deshalb immer, schnell wieder heim zu kommen. Da traut man sich nicht auch noch zu einem Gesprächskreis zu gehen“, beschreibt eine Angehörige die Situation. Um diese Hürde aber zu erleichtern wird parallel dazu die Betreuung der Demenzkranken durch eine darin erfahrene Therapeutin und den ehrenamtlichen Pflegebegleitern angeboten. Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat ab 14.30 Uhr können sich pflegende Angehörige austauschen bei Kaffee und Kuchen. In den Therapieräumen werden zeitgleich die dementen Angehörigen betreut. Hierfür stehen die Räume der DRK Residenz Neckarterrassen an der Cäcilienstraße in Heilbronn zur Verfügung. Informationen gibt es beim DRK Kreisverband Heilbronn über pflegebegleiter@kv-heilbronn.drk.de und unter 07131/62360.