Bretter, die die Welt bedeuten

Es ist noch einmal Winter geworden an diesem ersten Märzwochenende. Über Nacht fielen 15 cm Neuschnee und fast fühlt man sich weihnachtlich gestimmt. Die Kirche im 1000 Seelen Dorf ist von außen angestrahlt, die Straßen sind vereist. Besorgt schaut der Vorsitzende des Theatervereins gen Himmel. Ob die Senioren der „Krummen Ebene“ und der Stadt Bad Friedrichshall sich bei diesem Wetter aus dem Haus wagen?

Wie in jedem Jahr hat die Schauspielgruppe zur kostenlosen Seniorenvorstellung geladen, neben acht weiteren Aufführungen des Stückes innerhalb zweier Wochen. Wie jedes Jahr wollen sie den Erlös der Veranstaltungen für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Dieses Mal wird die Delphintherapie für einen schwer behinderten Jungen aus dem Landkreis finanziert und für die DRK-Erdbebenhilfe für Haiti gespendet.

Auf der Bühne stehen auch wieder vier Betreuer der DRK-Ferienfreizeit in Wüstenrot. Schon lange machen sie bei diesem jährlich wiederkehrenden Event mit, engagieren sich so während der Wintermonate für die gute Sache. Mit ihren Schauspielkollegen haben sie nicht nur seit Oktober wöchentlich mehrfach geprobt, sondern die Bühne aufgebaut, Requisiten zusammengesucht und für die richtige Dekoration gesorgt. Nach vier Monaten der Vorbereitungszeit bringen sie nun das Stück „Ach, Du Fröhliche“ zur Aufführung. Die Vorstellungen sind seit Wochen ausverkauft, ein gutes Omen.

Sie Sorge des Vorsitzenden erweist sich als unbegründet. Schon zwei Stunden vor Beginn der Seniorenaufführung stehen einige Herrschaften bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vor der Kelter und warten auf Einlass. Schnell findet jeder ein Plätzchen, freut sich am weihnachtlichen Ambiente des Raumes, der passend zum Stück geschmückt wurde. Ehe sich der Vorhang öffnet, genießen die Damen und Herren im Saal Kaffee und Kuchen, serviert von Mädchen des Jugendrotkreuzes. Jahr für Jahr sind auch sie mit im Einsatz, tragen so zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Auf der Bühne gehen die Mitwirkenden in Position, gleich wird sich der Vorhang heben. Mancher „alte Hase“ unter den Spielern sieht der Aufführung gelassen entgegen, andere gehen nervös hin und her.

Eines ist jetzt schon sicher: sie werden den rund 150 älteren Gästen drei Stunden Kurzweil, Spaß und gute Unterhaltung bieten.