Betreuungseinsatz: 24 Stunden Übung ging an die Grenzen

24 Stunden waren Einsatz- und Leitungskräfte aus dem DRK Kreisverband auf den Beinen, um erstmalig eine in diesem Umfang durchgeführte Einsatzübung zu bestehen. Allen Beteiligten forderte diese Übung große Belastungen und eine außergewöhnliche Einsatzbereitschaft ab. Die Situation stellte sich am vergangenen Samstag wie folgt dar. Ein Sturmtief zog über den Landkreis Heilbronn, vor allem der westliche Landkreis um Eppingen war davon besonders betroffen. Was sich am Vormittag schon für das Rote Kreuz ankündigte, wurde gegen 15 Uhr bittere Wahrheit. Ein Zug mit rund 70 Menschen blieb bei Eppingen infolge umgestürzter Bäume liegen und konnte die Fahrt während der Nacht nicht mehr aufnehmen. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen an Menschen musste vom Roten Kreuz während der ganzen Nacht betreut und versorgt werden. Übungsleiter Achim Schugt: „Wir haben bewusst einmal keine „blutige“ Übung organisiert. Betreuungseinsätze in diesem Umfang sind wesentliche fordernder und auch wahrscheinlicher. Vor wenigen Jahren hatten wir bei einem Wintereinsatz mit Schneechaos eine vergleichbare Situation. Die Betroffenen konnten hier aber in letzter Minute während der Nacht die Weiterfahrt antreten.\" Dieses war am Übungswochenende aber nicht der Fall. Nicht genug, dass eine ad hoc Betreuung zahlreicher Menschen eine Herausforderung darstellt. Die Leitungsebene des DRK Kreisverbandes, das eingerichtete Auskunftsbüro und die Einsatzkräfte vor Ort wurden mit zahlreichen Einspielungen zusätzlich gefordert. Der ältere Mann, der während der Nacht ein Medikament benötigte, ein Fahrgast mit einem Hund, eine Mitreisende mit einem Säugling, ein Betroffener, der wegen einer Lebensmittelallergie Schwierigkeiten mit dem Abendessen hatte. Die Übung konnte im wahrsten Sinne des Wortes nicht als \"Schönwetterübung\" bezeichnet werden. Weder die beteiligten DRK Gruppen, noch die Verpflegung waren für die Übung festgelegt oder organisiert. Bei strömendem Regen galt es am Samstag vom Transport der Betroffenen vom Bahnhof Eppingen in die Gemeindehalle in Adelshofen bis zum Abendessen und der Übernachtung alles zu organisieren. Rund 80 Einsatzkräfte aus zahlreichen Ortsvereinen waren hierzu im Schichtbetrieb im Einsatz. Übungsbeobachter Harald Schugt: \"Die Übung ging schon an die Substanz aller Beteiligten. Zahlreiche kleinere und größere Probleme mussten in kurzer Zeit bewältigt werden. In der Halle stand überraschenderweise keine Heizung zur Verfügung, so musste noch in der Nacht eine mobile Heizananlage unserer Technikgruppe aus Leingarten aufgebaut werden. Das Abendessen ließ länger als erwartet auf sich warten, in dieser Zeit galt es die Stimmung der Betroffenen aufrecht zu erhalten.\" Alle Beteiligten haben viel dazugelernt, jetzt steht eine systematische Auswertung der Übungsergebnisse an. Daraus sollen dann konkrete Verbesserungen in den Einsatzplänen abgeleitet werden. Die 70 Mimen machten sich am Sonntagmorgen nach einem guten Frühstück noch etwas übernächtigt auf ihre Heimreise. Die Übungsorganisatoren bedankten sich für deren Einsatz mit den Worten, dass diese dem DRK Kreisverband 24 wichtige Stunden geschenkt hatten. Nur so können Konzepte erprobt und Verbesserungen für Realeinsätze umgesetzt werden. Harald Schugt